Als Dritte war Marlene am Sonnabend an der Reihe, vor Jury und Millionen-Publikum ihr Bestes zu geben. In einem grün-schwarzen Kleid mit Gürtel, neongrünen Fingernägeln, grünen Schnürstiefeln und schwarzer Brille interpretierte sie »Valerie«. Zuvor hatte ein Einspielfilm sie und ihre Familie vorgestellt, und es ging auch darum, dass sie an Mukoviszidose, einer unheilbaren Krankheit, leidet. Sie verbreite gute Laune, habe eine tolle Stimme und sei ein Klasse-Mädel, hieß es. Sympathisch und riesig talentiert fand sie auch Moderator Marco Schreyl. »Das sah so aus, als ob du das jeden Tag machst«, staunte Jurorin Motsi Mabuse nach dem Auftritt, und Kollegin Sylvie van der Vaart äußerte sich ähnlich begeistert, auch mit Blick auf Marlenes Stil: »Kompliment dafür.« Mit 13 Jahren agiere sie schon wie ein Vollprofi. »Du hast es wirklich drauf.« »Kann ich nicht erst die Bonbons haben?«, fragte Juror Dieter Bohlen, hatte Marlene ihm doch beim Casting im September versprochen, zur nächsten Show eine Auswahl aus dem »Mischwerk« ihres Vaters Karsten mitzubringen. Auch ohne Gummibärchen bescheinigte er ihr aber, sie sei ein »singender Sonnenschein« mit moderner Stimme und Ausstrahlung. Dabei sei sie natürlich nicht mit Amy Winehouse zu vergleichen, aber mit erst 13 Jahren immerhin ein gesangliches »Höchst-Talent«. Verabschiedet hat sich Marlene mit einer süßen Tüte für jedes Jury-Mitglied.Begleitet und unterstützt wurde sie in Köln nicht nur von ihren Eltern Katja und Karsten, sondern von einer ganzen »Busladung« Fans. Am Sonnabendmittag hatten sie sich, begleitet von einem RTL-Team, auf den Weg nach Köln gemacht, um vor Ort Unterstützung zu zeigen, unter anderem mit »Buntsocken«-T-Shirts und Leuchtbrillen. Bei der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses durfte Marlene aus Jugendschutzgründen nicht mehr auf die Bühne, sondern sie musste, ebenso wie ihr junger Kollege Lukas Mattioli, in der ersten Reihe im Zuschauerraum Platz nehmen, neben sich ihre Eltern. Bis 0.43 Uhr dauerte es, bis Notar Dr. Fleischhauer das Abstimmungsergebnis präsenierte, und Moderator Marco Schreyl machte es noch einmal spannend: Zwölf unterschiedliche Talente und Persönlichkeiten habe man an diesem Abend erlebt, und sie zeigten, was man aus sich machen könne, wenn man seinem Talent eine Chance gebe. Vor allem könne man anderen damit eine Freude bereiten. Gereicht hat das Zuschauer-Votum letztlich dann doch nicht für die Einbeckerin, sondern sie musste sich dem »Dita«-Fan Mark Ashley, Pan-Flötisten Leo Rojas, dem Tänzer Miroslav Zilka und Jörg Peretten, dem Punk am Piano, geschlagen geben. Der Jury-Joker für das Finale wurde einstimmig an Olegsander Genivatov vergeben. Wäre sie am kommenden Sonnabend zwar ebenfalls gern dabei gewesen, so ist Marlene mit Leistung und Ergebnis durchaus zufrieden. Sie würde es, sagte sie gestern, auf jeden Fall noch mal machen.
»Das heißt aber nicht, dass ich mich nächstes Jahr wieder bewerbe«, schmunzelte sie. Insgesamt sei der Auftritt mit allem Drumherum ein »ziemlich tolles Gefühl« gewesen, und sie hoffe, dass es mit dem Singen auch weitergehe. Beeindruckend fand sie, dass sie auch am Sonntagmorgen noch Autogramme geben musste: »Das zeigt, dass die Leute mich trotzdem toll finden, auch wenn ich nicht im Finale bin«, ist sie glücklich. Groß war die Freude ebenfalls über ein besonderes Souvenirs: Die grünen Stiefel von ihrer Bühnengarderobe durfte sie behalten. Und was in der Naschtüte für Dieter war, verriet sie ebenfalls – nicht die ursprünglich geplanten »Hot Chillis«, sondern man habe noch einmal neu ausgesucht, und dabei landeten die Weingummi-Frauen obenauf.


